Fehler, Mythen und andere Weisheiten: Fakten über Trensen und Kandaren, die dir so bestimmt nicht bewusst waren (Teil 2)

Fehler, Mythen und andere Weisheiten: Fakten über Trensen und Kandaren, die dir so bestimmt nicht bewusst waren (Teil 2)

Im letzten Blog-Beitrag haben wir dir einige Punkte über die Druckverteilung und die Wirkung von Trensen und Kandaren erklärt. Passform und Schnitt sind beim Trensenkauf einfach das A und O – nicht zu vergessen die korrekte Anpassung des Zaums auf den Kopf deines Pferdes. Hier passieren uns oft unbewusst grobe Fehler, so dass sich unser Pferd unwohl fühlt.

 

Gefährlich: Zu locker verschnallt

Je loser ein Zaum am Pferdekopf verschnallt ist, desto unangenehmer wird’s fürs Pferd. Bei jeder Bewegung des Pferdes und bei Zügelparaden bewegt sich die Trense oder Kandare entgegen der Bewegungsrichtung des Pferdekopfes. Sitzt die Trense also zu locker, hat sie zu viel Eigenbewegung und es kommt zu Reibungen und unschönen Druckstellen. Folglich ist es unheimlich wichtig, dass der Zaum stabil am Pferdekopf anliegt und mit der Bewegung des Pferdes mitgeht. Häufig haben Reiter Angst, den Zaum zu eng zu schnallen. Ein zu lose angepasster Zaum ist allerdings mindestens genauso unangenehm fürs Pferd.

 

Verschnallung auf gleicher Höhe

Ebenfalls störend für das Pferd ist es, wenn die Trense asymmetrisch eingestellt ist. Deshalb ist darauf zu achten, dass die Riemen links und rechts am Pferdekopf auf gleicher Höhe verschnallt sind. Leder ist ein Naturprodukt, welches sich auch gerne mal weiten kann. Daher ist es wichtig, dass du regelmäßig alle Strippen auf beiden Seiten überprüfst und dich nicht nur auf die seitengleiche Locheinstellung verlässt. Die große Ausnahme sind Pferde, die eine asymmetrische Kopfform haben. Dies ist allerdings die Seltenheit. In der Regel sind alle Knochen gleichseitig angeordnet, was zur Folge hat, dass auch die Trense oder Kandare auf jeder Seite die gleiche Einstellung haben muss.

 

Modische Accessoires stören die Passform

Eine Tatsache, die vielen Reitern nicht bewusst ist: Fliegenhauben oder Lammfell im Genick führen dazu, dass die Trense oder Kandare enger sitzt und gegebenenfalls im Genick drückt. Auch Startnummern am Turnier können drücken oder stören und sollten lieber an der Schabracke befestigt werden. Sollte man solche Accessoires verwenden ist es unheimlich wichtig, die "neue" Passform des Zaums zu überprüfen. Eventuell muss man die Backenstücke ein Loch tiefer setzen. So fühlt sich dein Pferd auch mit Fliegen- oder Genickschutz wohl.

 

Take Home Message

Das Wichtigste bei der Passform deines Zaums sollte das Wohlbefinden deines Pferdes sein. Nur so kann sich ein harmonisches Reitgefühl mit einem durchlässigen Pferd entwickeln. Mit dem Hintergrundwissen der Druckpunkte sowie der Risiken einer falsch sitzenden Trense, sollte dein Anspruch sein, eine Trense oder Kandare mit perfekter Passform zu kaufen und sie auch dementsprechend korrekt einzustellen.

 

Wie du richtig Maß nimmst und nach dem Kauf deinen Zaum an den Pferdekopf anpasst, erklären wir dir in unseren nächsten Blog-Beiträgen.