Reiten auf dem Stoppelfeld

Reiten auf dem Stoppelfeld

Und jedes Jahr ist es wieder soweit: Das Stroh ist eingefahren, die Stoppelfelder liegen brach und für ein paar Wochen lockt es uns Reiter mal so richtig Gas zu geben. Wenn man sich an ein paar Regeln hält und mit Verstand an die Sache heran geht, kann es zu einer tollen Abwechslung im Trainingsalltag werden. Wie das Stoppelfeld für dich zum wahren Genuss wird und du von deinem Ritt profitieren kannst, erklären wir dir mit einigen wertvollen Tipps.

Vorbereitung ist alles

Wenn man sich sein Stoppelfeld ausgesucht hat, sollte man unbedingt den dazugehörigen Landwirt um Erlaubnis fragen. Nicht auf jedem Stoppelfeld darf geritten werden. In der Regel haben aber die Landwirte nichts dagegen und freuen sich sogar, wenn man höflich nachfragt.

Um Verletzungen zu vermeiden, empfehlen wir, das Feld einmal vorher zu Fuß abzugehen oder im Schritt abzureiten. Tiefe Fahrspuren, Löcher, große Steine oder Kaninchenbauten sind vom Pferd aus nicht immer gleich ersichtlich. Daher muss der Reiter vorab genau prüfen, wo er entlang reiten kann. Auch die Bodenhärte sollte geprüft werden. Vor dem Ritt über das Stoppelfeld darf es nicht geregnet haben, da der Untergrund sonst viel zu weich und tief wird.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Dein Pferd muss beim Ausreiten in allen drei Gangarten sicher an den Hilfen sein. Die Weite eines Stoppelfelds und die freie Sicht verleitet viele Pferde dazu Gas zu geben oder gar zu buckeln. Damit du dein Pferd auch in freier Wildbahn stets unter Kontrolle hast, sollte also die Grundausbildung auch im Gelände schon vorhanden sein.

Ist dein Pferd bisher nur ebenmäßigen Boden gewöhnt, empfiehlt es sich das Stoppelfeldtraining langsam aufzubauen. Am besten im Schritt beginnen und langsam steigern, sonst droht nicht nur Muskelkater sondern auch eine Überbelastung für Sehnen und Bänder.

Training sinnvoll aufbauen

Nach einer langen Aufwärmphase im Schritt,  kann man sich auf dem Stoppelfeld auf viele Arten und Weisen ausleben. Folgende Übungen machen nicht nur Spaß, sie haben auch einen gewissen Trainingseffekt und schulen nebenbei auch die Trittsicherheit deines Pferdes:

  • Lösende Arbeit in Dehnungshaltung
  • Übergänge
  • Tempounterschiede innerhalb der Gangart
  • Galoppieren im leichten Sitz
  • Zügel aus der Hand kauen lassen im Schritt/Trab und Galopp
  • Überprüfung der Aufmerksamkeit und des Gehorsam deines Pferdes

Klappen all diese Einheiten und möchte man einfach mal so richtig losfetzen, darf man dies natürlich auch. Es gibt wohl kaum ein schöneres Gefühl von Freiheit als mit seinem Herzenspferd in freier Natur über das Feld zu galoppieren. Ein Stoppelfeld-Ritt stärkt auch unheimlich das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter und ist ein Erlebnis, welches man sicherlich so schnell nicht vergisst.